Schluckdiagnostik in Deutschland: Gute Strukturen im Krankenhaus, große Lücken ambulant

Schluckstörungen – medizinisch Dysphagie – sind bei vielen neurologischen Erkrankungen ein häufiges und klinisch hoch relevantes Problem. Sie treten unter anderem nach Schlaganfällen, bei Parkinson-Syndromen, neuroimmunologischen Erkrankungen, neuromuskulären Erkrankungen oder im höheren Lebensalter auf. Bleiben sie unerkannt oder werden nicht ausreichend behandelt, kann das schwerwiegende Folgen haben: Mangelernährung, Dehydratation, Aspirationspneumonien, Probleme bei der Medikamenteneinnahme und eine deutlich verminderte Lebensqualität. Umso wichtiger ist eine frühzeitige und verlässliche Diagnostik.

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Was das Ruhe-EEG über Multiple Sklerose verraten könnte

Multiple Sklerose verändert nicht nur das, was sich im MRT zeigt – sondern offenbar auch, wie das Gehirn im Hintergrund arbeitet. Genau das konnten wir in einer aktuellen Studie in Multiple Sclerosis and Related Disorderszeigen. Untersucht wurden Ruhe-EEGs von Menschen mit MS im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Dabei wurde deutlich: Auch wenn ein EEG im klinischen Alltag auf den ersten Blick unauffällig wirken kann, lassen sich mit modernen Analyseverfahren relevante Unterschiede in der Hirnaktivität sichtbar machen.

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Krebs und Alzheimer – ein überraschender Zusammenhang 

Eine aktuelle Cell-Arbeit greift ein seit Jahren diskutiertes epidemiologisches Paradox auf: Menschen mit Krebs scheinen seltener an Alzheimer zu erkranken, und umgekehrt. Die Studie zeigt nun in mehreren Mausmodellen, dass periphere Tumoren die Amyloid-Pathologie im Gehirn abschwächen und kognitive Leistungen verbessern können. Untersucht wurden dabei unterschiedliche Tumormodelle, darunter Lungen-, Prostata- und Kolonkarzinom-Modelle, was dafür spricht, dass es sich nicht nur um einen tumorspezifischen Einzeleffekt handelt.  

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Botulinumtoxin in Deutschland: Zugang ist da – Versorgungslücke bleibt

Botulinumtoxin A (BoNT-A) ist eine etablierte, hochwirksame Therapie in der Neurologie – z.B. bei post-Stroke-SpastikDystonien oder chronischer Migräne. Leitlinien empfehlen insbesondere bei Spastik eine frühe und ausreichend dosierte Behandlung, um Schmerzen, Kontrakturen und Funktionsverlust zu reduzieren. Trotzdem zeigt die Realität: Viele Patient:innen erhalten BoNT-A zu selten oder gar nicht.

Diese Arbeit nutzt Deutschland als Fallbeispiel und stellt eine zentrale Frage:

Liegt die Versorgungslücke an mangelnder Erreichbarkeit – oder an strukturellen Barrieren trotz guter Infrastruktur?

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Blutbasierte Biomarker bei Karotisstenose – ein neuer Baustein für die Schlaganfallprävention?

Die Behandlung von Karotisstenosen bleibt eines der spannendsten und gleichzeitig schwierigsten Themen in der vaskulären Neurologie und Gefäßmedizin. Besonders bei asymptomatischen Stenosen ist die klinische Entscheidung oft komplex: Wer profitiert wirklich von einer Revaskularisation – und bei wem ist eine konsequente medikamentöse Therapie ausreichend? Genau hier setzt eine aktuelle Arbeit an und bringt einen sehr interessanten Gedanken in die Diskussion ein: Können Blutmarker für neuronalen Schaden helfen, das individuelle Risiko besser einzuordnen?

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Gehirn-Computer-Schnittstelle bei MS – neue Impulse für die Gangrehabilitation

Eine aktuelle Studie zeigt einen spannenden Ansatz für die Rehabilitation bei Multipler Sklerose (MS): den Einsatz einer Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-Computer Interface, BCI) in Kombination mit funktioneller Elektrostimulation (FES) und virtuellem Feedback. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob sich Gehfähigkeit und Mobilität auch bei Menschen mit moderater bis höherer Behinderung durch ein gezieltes, technologiegestütztes Training verbessern lassen – und zwar ohne klassisches, körperlich sehr belastendes Gangtraining.

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MS und rheumatoide Arthritis gemeinsam behandeln

Bei Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose (MS) treten komorbide Autoimmunerkrankungen häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung – besonders relevant ist dabei die rheumatoide Arthritis (RA). Genau diese Kombination stellt die Behandlung oft vor ein Dilemma: Einige Immuntherapien wirken bei beiden Erkrankungen sinnvoll, andere helfen nur bei einer und können die jeweils andere sogar verschlechtern. Der Beitrag im Deutschen Ärzteblatt zeigt sehr anschaulich, wie wichtig eine differenzierte Therapieauswahl bei MS und RA ist.

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Schlaganfall: Minuten zählen – und Telemedizin kann Wege verkürzen

Bei einem Schlaganfall entscheidet oft jede Minute über den Verlauf: Je schneller die Diagnose gestellt und die Therapie begonnen wird, desto mehr Hirngewebe kann gerettet werden – und desto besser sind die Chancen auf eine gute Erholung.

In einer aktuellen Studie haben wir untersucht, wie gut Menschen in Deutschland zeitkritische Schlaganfallversorgung erreichen können – und ob ein telemedizinisch gestützter Ansatz die Versorgung beschleunigen könnte.

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Smartwatches in der Neurologie: Was Remote Patient Monitoring schon kann – und wo es (noch) scheitert

Smartwatches sind längst keine reinen Lifestyle-Gadgets mehr. Viele Patientinnen und Patienten bringen bereits Daten zu Schritten, Schlaf und Herzfrequenz mit in die Sprechstunde – nur bleibt oft unklar, was davon klinisch wirklich belastbar ist. In unserem neuen Open-Access-Case-Report im Journal of Central Nervous System Disease (online seit 11. Februar 2026) haben wir deshalb keine „perfekte“ digitale Endpoint-Studie gebaut, sondern etwas, das in der Praxis häufig fehlt: eine Sammlung konkreter Fälle, die zeigen, wie Remote Patient Monitoring (RPM) mit Consumer-Wearables in der Neurologie tatsächlich funktioniert – und wo es einen in die Irre führen kann.

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