MS-Therapie neu denken: Was kommt nach Anti-CD20?

Anti-CD20-Therapien wie Ocrelizumab haben die Behandlung der Multiplen Sklerose deutlich verändert. Sie unterdrücken fokale entzündliche Krankheitsaktivität sehr effektiv und gehören heute zu den wichtigsten hochwirksamen Therapieoptionen. Gleichzeitig wird im klinischen Alltag immer deutlicher: Eine dauerhafte B-Zell-Depletion ist nicht ohne Preis. Mit zunehmender Behandlungsdauer rücken Hypogammaglobulinämie, wiederkehrende Infektionen, eingeschränkte Impfantworten und altersbedingte Vulnerabilität stärker in den Vordergrund.

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Low-grade Inflammation und kortikale Atrophie bei psychiatrischen Erkrankungen

Periphere Entzündungsprozesse rücken in der psychiatrischen Forschung zunehmend in den Fokus. Eine neue Studie in Brain, Behavior, and Immunity untersucht, ob niedriggradige systemische Entzündung, gemessen über hochsensitives C-reaktives Protein (hs-CRP), mit strukturellen Veränderungen der Hirnrinde verbunden ist – und ob dieser Zusammenhang diagnoseabhängig ist oder vielmehr eine gemeinsame, transdiagnostische Vulnerabilität widerspiegelt.

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Wenn der Schlaganfall trotz Antikoagulation auftritt: Karotisplaques als unterschätzter Faktor

Ischämische Schlaganfälle bei Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern werden häufig primär als kardioembolisch verstanden. Eine neue Arbeit in Stroke weist jedoch darauf hin, dass dieses Bild zu kurz greifen könnte. In der RASUNOA-Prime-Kohorte wurden Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern untersucht, die innerhalb von 24 Stunden nach einem ischämischen Schlaganfall in eines von 46 deutschen Schlaganfallzentren aufgenommen wurden. Von insgesamt 2.737 eingeschlossenen Personen lag bei 1.464 eine CT-Angiographie vor, anhand derer die Karotiden zentral ausgewertet wurden.  

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Anti-CD20-Therapien im Real-World-Vergleich: Wirksamkeit ähnlich, Sicherheitsprofile unterschiedlich

Anti-CD20-Therapien sind aus der modernen Neuroimmunologie nicht mehr wegzudenken. Sie werden insbesondere bei Multipler Sklerose, aber auch bei weiteren neuroimmunologischen Erkrankungen eingesetzt. Während der gemeinsame therapeutische Ansatz – die Depletion von CD20-positiven B-Zellen – gut etabliert ist, bleiben direkte Real-World-Vergleiche zwischen den einzelnen Substanzen weiterhin klinisch relevant. Eine neue Studie in Frontiers in Immunology vergleicht nun Ocrelizumab, Ofatumumab und Rituximab hinsichtlich Wirksamkeit, Infektionsrisiko, Immunglobulinveränderungen und zellulären Immunprofilen.

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FOOD-DM: Neuer Expertenkonsens für Ernährung bei Dysphagie und Mangelernährung

Dysphagie und Mangelernährung treten häufig gemeinsam auf und können sich gegenseitig verstärken: Schluckstörungen erschweren die orale Nahrungsaufnahme, während Mangelernährung, Sarkopenie und Frailty wiederum die Schluckfunktion weiter beeinträchtigen können. Die Folgen sind klinisch relevant – von Aspirationspneumonie, Dehydratation und erhöhter Morbidität bis hin zu reduzierter Lebensqualität und eingeschränkter sozialer Teilhabe. Dennoch fehlt bislang ein einheitlicher Rahmen, der Lebensmittel und Getränke für Menschen mit Dysphagie und Mangelernährung nicht nur hinsichtlich ihrer Textur, sondern auch hinsichtlich ihres Nährwerts und ihrer transparenten Kennzeichnung bewertet.

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Liquor-Biomarker könnten Blutungsrisiko bei zerebraler Amyloidangiopathie besser vorhersagen

Die zerebrale Amyloidangiopathie, kurz CAA, ist eine der wichtigsten Ursachen lobärer intrazerebraler Blutungen im höheren Lebensalter. In der klinischen Praxis bleibt dabei eine zentrale Frage oft schwer zu beantworten: Welche Patientinnen und Patienten mit CAA haben ein besonders hohes Risiko, in Zukunft eine symptomatische Blutung zu erleiden? Bisher stützt sich die Risikoeinschätzung vor allem auf MRT-Marker wie kortikale superfizielle Siderose, Mikroblutungen oder bereits stattgehabte intrazerebrale Blutungen. Eine neue Arbeit von Arndt et al., erschienen in Annals of Neurology, erweitert diese Perspektive nun um Liquor-Biomarker der Amyloid-β-Pathologie.

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Neue Therapieansätze bei Multipler Sklerose – wohin entwickelt sich das Feld?

ie Therapie der Multiplen Sklerose hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten enorm weiterentwickelt. Viele der heute verfügbaren Medikamente können Schübe effektiv reduzieren und entzündliche Krankheitsaktivität bremsen. Dennoch bleibt eine zentrale Herausforderung bestehen: Bei vielen Patientinnen und Patienten schreitet die Behinderung langfristig weiter fort, auch ohne erkennbare Schübe. Genau hier setzen viele neue Forschungsansätze an.

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CAR-T-Zellen bei Autoimmunenzephalitis: Wenn die Entzündung stoppt, aber die Neurodegeneration weiterläuft

CAR-T-Zelltherapien gehören zu den spannendsten Entwicklungen der modernen Immunmedizin. Ursprünglich vor allem aus der Hämatologie bekannt, rücken sie inzwischen auch bei schweren Autoimmunerkrankungen in den Fokus. Der Grundgedanke ist faszinierend: Immunzellen des Patienten werden so verändert, dass sie gezielt krankheitsrelevante B-Zellen erkennen und eliminieren können. Bei autoantikörpervermittelten Erkrankungen könnte dies einem tiefgreifenden immunologischen Neustart entsprechen.

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Neue Hinweise auf Komplementaktivierung bei LRP4-Antikörper-positiver Myasthenia gravis

Die Myasthenia gravis ist keine einheitliche Erkrankung. Je nach Antikörperstatus unterscheiden sich Pathophysiologie, klinischer Verlauf und potenzielle Therapieansätze teils deutlich. Während die Rolle des Komplementsystems bei AChR-Antikörper-positiver Myasthenia gravis gut etabliert ist, war bislang weniger klar, ob und in welchem Ausmaß Komplement auch bei LRP4-Antikörper-positiver Myasthenia gravis eine Rolle spielt.

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