Myasthenia gravis (MG) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der die Kommunikation zwischen Nerv und Muskel gestört ist. Das Immunsystem richtet sich gegen körpereigene Strukturen, meist die Acetylcholinrezeptoren. Es kommt zu belastungsabhängiger Muskelschwäche, Doppeltsehen, Schluckstörungen oder Atemnot. Besonders seltene Subtypen wie LRP4-positive MG sind oft schwer behandelbar und sprechen nur unzureichend auf klassische Immuntherapien an.
„Innovative Immuntherapie bei Myasthenia gravis: Neue Hoffnung durch bispezifische Antikörper“ weiterlesenSerum-NfL bei Multipler Sklerose – ein Blutwert mit Potenzial
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die in unterschiedlichsten Formen auftreten kann – schubförmig, progredient, mit mildem oder schwerem Verlauf. Eine zentrale Herausforderung in der Versorgung von Menschen mit MS liegt darin, Krankheitsaktivität und -verlauf möglichst präzise zu erfassen, um individuelle Therapieentscheidungen optimal zu steuern.
„Serum-NfL bei Multipler Sklerose – ein Blutwert mit Potenzial“ weiterlesenAkinetische Krise bei Parkinson: Wie subkutanes Foslevodopa helfen kann – ein Fallbericht
In Zusammenarbeit mit Bendix Labeit
Akinetische Krisen zählen zu den dramatischsten Komplikationen der Parkinson-Erkrankung. Innerhalb kürzester Zeit verlieren Betroffene nahezu vollständig ihre Bewegungsfähigkeit, oft begleitet von schweren Schluckstörungen. Die orale Medikamenteneinnahme ist dann nicht mehr möglich, was diese Situationen besonders gefährlich macht. Ohne rasche dopaminerge Therapie drohen schwerwiegende Komplikationen wie Aspirationspneumonie, Thrombosen oder sogar Lungenembolien.
Die Behandlung stellt eine Herausforderung dar, insbesondere, wenn enterale Applikationswege wie die Magensonde versagen. Ein aktuell veröffentlichter Fallbericht unserer Klinik zeigt nun, wie subkutanes Foslevodopa/Foscarbidopa – ein neu zugelassener Wirkstoff – auch in akuten Krisensituationen als Off-Label-Therapie vielversprechend wirken kann.
„Akinetische Krise bei Parkinson: Wie subkutanes Foslevodopa helfen kann – ein Fallbericht“ weiterlesenBrauchen wir noch Kontrastmittel bei Multipler Sklerose?
In Zusammenarbeit mit Marc Pawlitzki
Magnetresonanztomografie (MRT) ist für Diagnose und Verlaufskontrolle der Multiplen Sklerose (MS) unverzichtbar. Lange galt der Einsatz von gadoliniumhaltigem Kontrastmittel (Gd) als Standard, um entzündliche Aktivität sichtbar zu machen. Doch mit wachsender Sorge über Gd-Ablagerungen im Gehirn und potenzielle Langzeitfolgen wurde dieser Standard in Frage gestellt. Internationale Empfehlungen wie die MAGNIMS-CMSC-NAIMS-Guidelines von 2021 fordern daher: Weniger Gd, gezielter eingesetzt.
Aber wie konsequent wird das wirklich umgesetzt? Und wie verändert sich dadurch der klinische Alltag?
„Brauchen wir noch Kontrastmittel bei Multipler Sklerose?“ weiterlesenUpdate zur Immunologie der Multiplen Sklerose
Von Patricia Kirschner, Marc Pawlitzki, Hans-Peter Hartung und Sven Meuth
Die neue Komplexität der Multiplen Sklerose (MS)
Multiple Sklerose ist eine der am intensivsten erforschten neurologischen Erkrankungen unserer Zeit. Dennoch sind viele ihrer immunologischen Grundlagen und vor allem die Prozesse, die das Fortschreiten unabhängig von Schüben (PIRA) beeinflussen, weiterhin nicht vollständig verstanden. In einem aktuellen Überblick beleuchten wir, welche neuen immunologischen Erkenntnisse in den letzten Jahren gewonnen wurden – von genetischen Risikofaktoren über virale Auslöser bis hin zur Rolle des Darmmikrobioms, T- und B-Zell-Interaktionen sowie zelluläre Prozesse innerhalb des ZNS.
„Update zur Immunologie der Multiplen Sklerose“ weiterlesenFrüher Einsatz hochwirksamer MS-Therapien in Deutschland: Neue Trends in der Behandlung
In den letzten Jahren hat sich das Behandlungsparadigma bei Multipler Sklerose (MS) in Deutschland deutlich verändert. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Krankenkassendaten aus den Jahren 2017 bis 2022, die die medikamentöse Erstbehandlung bei neu diagnostizierten MS-Patienten untersucht hat. Während früher meist mit moderat wirksamen Basistherapien begonnen wurde – im Sinne eines Eskalationsmodells –, zeigt sich nun eine zunehmende Tendenz, direkt mit hochwirksamen krankheitsmodifizierenden Therapien (High-Efficacy Therapies, HET) zu starten.
„Früher Einsatz hochwirksamer MS-Therapien in Deutschland: Neue Trends in der Behandlung“ weiterlesenStroke aftercare in Germany- results of an online survey in the outpatient area of a Neurovascular Network
In Zusammenarbeit mit Robin Jansen
Die akute Schlaganfallbehandlung in Deutschland hat durch standardisierte Algorithmen und zertifizierte Schlaganfallstationen (Stroke Units) ein hohes Niveau erreicht. Jedoch besteht eine erhebliche Lücke in der strukturierten, bundesweiten Nachsorge. Eine Umfrage unter niedergelassenen Ärzten im regionalen neurovaskulären Netzwerk NEVANO+ deckte auf, dass Hausärzte und Neurologen als Hauptakteure in der Nachsorge angesehen werden. Allerdings existieren erhebliche Defizite in der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit, was zu einer fragmentierten Versorgung führt.
„Stroke aftercare in Germany- results of an online survey in the outpatient area of a Neurovascular Network“ weiterlesenUnterschiede in der Immunantwort bei Autoimmunenzephalitis und virusassoziierter Enzephalitis
In Zusammenarbeit mit Marc Pawlitzki
Die Differenzierung zwischen autoimmuner Enzephalitis (AIE) und virusassoziierter Meningoenzephalitis (VME) stellt eine große Herausforderung in der klinischen Neurologie dar. Beide Erkrankungen können mit ähnlichen Symptomen einhergehen, wie Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen und kognitiven Defiziten, jedoch erfordert ihre Behandlung völlig unterschiedliche Ansätze.
„Unterschiede in der Immunantwort bei Autoimmunenzephalitis und virusassoziierter Enzephalitis“ weiterlesenChancen und Herausforderungen der KI in der Neurologie
In Zusammenarbeit mit Marc Pawlitzki und Lars Masanneck
Die Digitalisierung der Medizin schreitet rasant voran, und große Sprachmodelle (LLMs) versprechen eine effiziente Unterstützung bei der klinischen Entscheidungsfindung. Doch wie zuverlässig sind diese Systeme wirklich? Unsere aktuelle Studie untersuchte verschiedene LLMs hinsichtlich ihrer Fähigkeit, leitlinienkonforme Antworten auf neurologische Fragestellungen zu liefern.
„Chancen und Herausforderungen der KI in der Neurologie“ weiterlesenAbatacept führt zur langfristigen Wiederherstellung der B-Zell-Nische bei einer Patientin mit CTLA-4-Haploinsuffizienz
In Zusammenarbeit mit Marc Pawlitzki
Die CTLA-4-Haploinsuffizienz ist eine seltene genetische Erkrankung, die durch eine Fehlfunktion regulatorischer T-Zellen gekennzeichnet ist und zu Autoimmunerkrankungen sowie Immunzytopenien führen kann. Die Behandlung mit Abatacept, einem CTLA-4-Fusionsprotein, hat bereits positive Effekte bei Autoimmunerkrankungen gezeigt. Doch die langfristigen Auswirkungen auf die Funktion des Knochenmarks und das Immunsystem sind noch nicht vollständig erforscht.
„Abatacept führt zur langfristigen Wiederherstellung der B-Zell-Nische bei einer Patientin mit CTLA-4-Haploinsuffizienz“ weiterlesen
